Wattenmeer-Schutz Cuxhaven
Wattenmeer-Schutz Cuxhaven

CN, 19.09.2020: "Die Zerstörung der Natur spielt sich vor unseren Augen ab" von Gabriele Grubel

+++ Während zunächst noch alle Partei- und Fraktionsspitzen darauf drängten, die Ursachen der Alarmzeichen nicht unter den Teppich zu kehren und die Symptome, die auf Veränderungen im Ökosystem hindeuten, nicht zu ignorieren, wurde nur vier Tage später eine einzige Ursache des Muschelsterbens festgeschrieben:

Hitze jener Tage und daraus folgende Sauerstoffdefizite . Der Sommer 2018 war allerdings viel extremer bzgl. der Temperaturen, aber Muschel- und Wattwurmsterben und E-Coli-Bakterien sind nicht oder nur in geringem Maße aufgetreten.

 

Sauerstoffmangel getrennt von den Verklappungen des Hamburger Hafenschlamms und anderen Fraktionen im Zusammenhang mit der Elbvertiefung zu sehen, heißt, die Augen zu verschließen vor den Veränderungen, die sich vor unserer Haustür und an der nordfriesischen Nordseeküste abspielen. In den vergangenen Jahren erstreckte sich in den Sommermonaten ein Sauerstoffloch über 15 Kilometer Länge auf der Unterelbe bei Wedel, wo bisher der Hamburger Hafenschlick verklappt wurde. Dort kam es regelmäßig zum Fischsterben.

 

Die um ein Vielfaches erhöhten Schlamm – und Baggermengen aus dem Hamburger Hafen werden jetzt in der Medemrinne vor Otterndorf abgelagert, erreichen mit den Ebbströmen die Küste und verdriften vor unserer Küste und im nordfriesischen Wattenmeer. Die Wasserqualität der Elbe bei Otterndorf war bereits im Juni nur mit ausreichend bewertet worden.


Herzmuscheln übernehmen im Wattenmeer die wichtige Funktion als Filtrierer. Durch ihre kurzen Atemrohre strudeln sie mit dem Atemwasser zugleich auch organische Partikel ein, die sie mit den Kiemen abfiltrieren und die ihnen als Nahrung dienen. Sie selber sind eine wichtige Nahrungsquelle für Krebse, Fische und Vögel. Ist der Anteil von Schadstoffen und organischer Stoffe im Wasser zu hoch, wird das Filtriersystem der Muscheln überfordert und versagt schließlich, wobei hohe Temperaturen den Prozess beschleunigen. Wer untersucht das tote Muschelfleisch, das spätestens seit Mitte August auch in der Grimmershörner Bucht treibt, und die toten Wattwürmer auf Schadstoffe? Wer überprüft, ob die Baggermengen nicht auf einer Muschelbank im Wattenmeer landen und die Muscheln großräumig unter Schlamm- und Sandbergen begraben werden? Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen über die Entwicklung von Krebspopulationen und anderer Wattbewohner ?

 

Wenn mir eine lebende Strandkrabbe im Döser oder Duhner Watt begegnet, jubele ich, denn sie sind nach meinen Beobachtungen eine echte Rarität geworden.


Die Schädigungen der laufenden Elbvertiefung und der Verklappungen sind nicht zu übersehen. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Zerstörung der Ökosysteme Tideelbe und Nationalpark Wattenmeer weiter fortschreitet. Wie von den Grünen, den Umweltverbänden sowie von Fridays und Parents for Future gefordert, sollte die Landesregierung jede weitere „Baggergutverbringung“ in der Elbmündung und im Wattenmeer verweigern, denn sie trägt maßgeblich zu der Zerstörung des Lebensraumes und ihrer Lebewesen bei. +++

 

Kontakt

Tanja Schlampp 

Döser Feldweg 195

27476 Cuxhaven

Telefon: 04721-39 86 46

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email: Tanja.Schlampp@wattenmeer-schutz.de

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