Wattenmeer-Schutz
Wattenmeer-Schutz

Pressemitteilung der BI „Rettet das Cux-Watt“ zum kürzlich erschienenen Artikel „Schlick hat es schon immer gegeben“

10. Dezember, Rettet das Cux-Watt

 

Der Leiter des Wasserstraßen-und Schifffahrtsamtes Bernhard Meyer erklärt in einem CN-Artikel vom 30.11.2017, dass es sich bei dem Bau und der Erweiterung des Leitdamms um den tiefgreifendsten Eingriff des Menschen in das dynamische System der Wattflächen vor Cuxhaven gehandelt hätte. Ganz freimütig und wie selbstverständlich führt Meyer aus, dass mit dem Leitdamm die Ziele „Sedimentfang“ und „Verlandung“ von Prielen und Rinnen (und damit einer Aufhöhung des gesamten küstennahen Wattgebietes vor Cuxhaven) zugunsten des Elbe-Schifffahrtsweges verfolgt werden. Den Schlick habe es hingegen  nach seiner Auffassung schon immer gegeben.

Zunächst begrüßen wir, dass Bernhard Meyer sich offen dazu bekennt, dass die Cuxhavener Wattflächen als Sedimentfang (Schlick-Auffangbecken) dienen und das die Verlandung der Rinnen und Priele beabsichtigt und durch das WSA Cuxhaven herbei geführt worden sind. Wir teilen jedoch nicht die Meinung, dass es Schlick im Cuxhavener Watt schon immer gegeben habe. Die ersten großen Schlickfelder haben sich erst vor ca. 10 Jahren gebildet. Sie sind die Folge der letzten Elbvertiefung (1999/2000) und der daraus erforderlich gewordenen Änderung der Bagger- und Verklappungspraxis. Der Leitdamm fängt als Erfüllungsgehilfe nicht nur die Sandmassen ab, die seit jeher von West nach Ost driften, sondern zusätzlich auch feinste Sedimente, die seit 2005 in unmittelbarer Nähe der Wattflächen bei Cuxhaven verklappt werden dürfen. Die feinen Partikel befinden sich noch Stunden nach dem Verklappungsvorgang in der Wassersäule und setzen sich nur langsam im strömungsberuhigten Watt zu Schlickfeldern ab. Für die Strömungsberuhigung sorgen der Leitdamm sowie zahlreiche Buhnen.

Das Bild aus dem Jahr 1936 mit der verwüsteten Wattfläche vor der Kugelbake hat mit den heutigen Schlickfeldern nicht viel gemeinsam. Es dürfte sich noch nicht einmal um Schlick handeln, sondern um aufgegrabenes Mischwatt. Der Leitdamm war zu diesem Zeitpunkt noch nicht gebaut. Die Kraft der Gezeiten konnte noch ungehindert wirken. Es ist deshalb nur eine Momentaufnahme zu sehen, die mit der nächsten Flut wieder verschwunden war. Auf dem Foto dürfte die Folge einer intensiven Wattwürmer-Grabung für das sogenannte "Pöddern" von Aalen zu sehen sein. Damals war diese Art des Aalfangs auch unter Berufsfischern noch Gang und Gäbe. Um den Köder, also den Wattwürmer-Klumpen, anzufertigen, werden pro Angel ca. 200 Wattwürmer benötigt. Es sieht ganz so aus, als ob die Grabforke in der Mitte des Bildes noch von dieser Tätigkeit herrührt.

Meyer erklärt, dass sich die Elbe bei Cuxhaven früher noch in drei Fahrwassern geteilt habe, das sei aus einer Karte aus dem Jahr 1896 ersichtlich. Die Aussage erweckt den Eindruck, als ob es sich um einen weit in der Vergangenheit zurück liegenden Zustand handeln würde. Die Kugelbakefahrrinne war jedoch noch 2006 bis kurz vor der Kugelbake vorhanden. Das belegt eine Seekarte aus dem Jahr 2006/07. An ihr waren zahlreiche Priele angeschlossen. Die starke Strömung der Priele sorgte dafür, dass heran gedrifteter Sand und Schlick in die Elbe gespült werden konnten. Die Dynamik der Priele ist deshalb für das Watt überlebensnotwendig. Mit dem Bau und die Erweiterung des Leitdamms wurde die Kugelbakefahrrinne von der Außenelbe abgetrennt und hat sich im Laufe der Jahre immer mehr mit Sedimenten aufgefüllt. Heute ist sie nicht mehr vorhanden. Die ihr angeschlossenen Priele haben sich zurückgebildet oder sind ganz verschwunden. Die dritte Fahrrinne (Norderrinne) ist erst seit 2014 nicht mehr befahrbar. Die rasante Verlandung ist die Folge der neuen Verklappstelle bei „Neuer Lüchtergrund, die sich 10 km von der Kugelbake entfernt befindet. Seit dem Jahr 2005 wird bei „Neuer Lüchtergrund“ der gebaggerte Schlick aus der gesamten Tideelbe entsorgt. Allein im letzten Jahr waren es 10 Mio. Kubikmeter.

Unsere Bürgerinitiative, die mittlerweile knapp100 Mitglieder umfasst, setzt sich dafür ein, dass Maßnahmen am Leitdamm erfolgen, die die Abschnürung des Rinnensystems von der Außenelbe rückgängig machen. Auch das Verklappen von Sedimenten, insbesondere von Schlick, in unmittelbarer Nähe zum Weltnaturerbe Wattenmeer, muss eingestellt werden. Das Cuxhavener Watt ist von unermesslich ökologischen Wert. Und als Touristen-Magnet hat es Cuxhaven in den vergangenen 100 Jahren zum größten Nordseeheilbad gemacht. Das Duhner Watt war immer ein sicheres Faustpfand für Cuxhaven und bleibt der Region auch dann noch erhalten, wenn große Firmen, die sich seit kurzem ansiedeln, längst weiter gezogen sind. Vorausgesetzt, wir bewahren die Dynamik und Einzigartigkeit unserer Cuxhavener Wattflächen.

Wir möchten jeden Leser dazu aufrufen, mit uns gemeinsam diesen einmaligen Lebensraum zu schützen. Nur in einem starken Verbund können wir gegen die Übermacht wirtschaftlicher Interessen unser wertvolles Watt beschützen. Wer uns unterstützen möchte, kann das auf vielerlei Art und Weise tun, z.B. durch eine Mitgliedschaft, einer Spende oder durch Teilen, Kommentieren und Liken unserer Beiträge bei Facebook.

Für eine Mitgliedschaft (12 € Jahresbeitrag) bitte eine Mail an info@rettet-das-cux-watt.de schicken. Kontakt: Tanja Schlampp

Für Spenden: Kontoinhaber: Peter Roland,
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Bank: Volksbank Cuxhaven, Verwendungszweck: Rettet das Cux-Watt


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Kontakt

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Döser Feldweg 195

27476 Cuxhaven

Telefon: 04721-39 86 46

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email: Tanja.Schlampp@wattenmeer-schutz.de