Wattenmeer-Schutz
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Wattenmeer: "Die Elbe, der Schlick und drei Affen" - ein Kommentar von Ulrich Rohde

Cuxhavener Nachrichten, 4. August 2018, von Ulrich Rohde

Quadratkilometerweise von sommerlicher Hitze ausgelöste Algenblüte auf den Schlickfeldern, ins Wattenmeer verdriftende Baggermassen, ansteigende Wasserstände in den Prielen und so weiter und so fort. Klar, das Watt verändert sich stets und ständig, Ebbe und Flut schaffen stetig neue Verhältnisse. Aber darf man deshalb gleichgültig gegenüber Entwicklungen sein, die so offenkundig hausgemacht sind?

 

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) hat in einer aktuellen Studie die Auswirkungen einer enormen Vergrößerung der Baggergut-Klappstelle beim Neuen Lüchtergrund vor Cuxhaven um das Vierfache prognostiziert. Danach werden unvermindert Elbschlicksedimente in die Wattbereiche treiben und mit ihnen auch Schadstoffe wie Kupfer, Quecksilber, Zink und PCB, um nur ein paar zu nennen. Mir scheint, dass die Empörung darüber, dass das Watt allmählich zur Müllkippe einer völlig verfehlten Hafen- und Schifffahrtspolitik gemacht wird, längst noch nicht groß genug ist.

 

Nur ganz am Rande sei überhaupt erwähnt, dass das Wattenmeer nur deshalb Weltnaturerbe ist, weil es lange Zeit eine weitgehend unberührte Naturlandschaft geblieben ist. Wer es in Kauf nimmt, dass dieses weltweit einzigartige Wattengebiet durch Eingriffe wie Schlickverklappungen ge- oder gar zerstört wird, handelt in höchstem Maße unverantwortlich und riskiert den Status dieses Schutzgebietes.

 

Das Umweltbundesamt hat für die Bewirtschaftungspläne der EU-Wasserrahmenrichtlinie den ökologischen Zustand der Küstengewässer untersuchen lassen. Dank des übermäßigen Eintrags von Nährstoffen wird der Elbmündungstrichter vor Cuxhaven danach als "schlecht" bewertet, das Wattgebiet zwischen Cuxhaven und Neuwerk als "unbefriedigend". Es hilft ja nicht, sich etwas vorzumachen und Augen, Ohren und Mund zu verschließen: Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Wattenmeer: Die Elbe, der Schlick und drei Affen

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