Wattenmeer-Schutz
Wattenmeer-Schutz

CN, 18.08.2018: Algen-Matten am Sandstrand

Besorgte Anrufer / Stadt beschwichtigt / Hitze und Nährstoffe begünstigen das Wachstum

von Felix Weiper, Redaktionsleiter

 

Cuxhaven. Es grünt so grün - jetzt auch an Sandstränden in Döse. Große Mengen an Grünalgen hat das Meer angeschwemmt. Sie verrotten und stinken. Das besorgt und verärgert so manchen Cuxhavener und ebenso Kurgäste - am Redaktionstelefon unserer Zeitung äußerten sich mehrere Anrufer entsprechend.

 

Wie berichtet, hatte die Bürgerinitiative "Rettet das Cux-Watt" bereits vor einigen Tagen darauf aufmerksam gemacht, dass sich ein großer Algenteppich in einem Wattbereich etwa drei Kilomter vor Döse und Duhnen gebildet hatte. Nun hat offenbar der Westwind die Algen nach Döse getrieben. Der "Grünstreifen" wächst mit jeder Tide an.

 

Gestern war ein Unternehmen im Einsatz, das Algen vom Sand entfernte - offenbar im Auftrag der Kurverwaltung, die aber gestern nicht mehr für eine Stellungnahme erreichbar war. Eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Stadt derzeit davon ausgehe, dass es sich bei dem starken Algenaufkommen "um einen natürlichen Vorgang" handele, der nicht beunruhigend sei. Die Hitze und die starke Sonneneinstrahlung der vergangenen Wochenim Zusammenhang "mit Nährstoffeinträgen seien die Ursachen. Die Sprecherin bezog sich dabei auf "Expertenangaben". Sie betonte, dass es nicht möglich sei, im Watt selbst die Algen wegzuräumen. In dem geschützten Gebiet dürfe nicht eingegriffen werden.

 

Die Nationalparkverwaltung für das Niedersächsische Wattenmeer mit Sitz in Wilhelmshaven und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sehen die Ursache für das verstärkte Algenwachstum im Zusammenwirkenzwischen dem warmen Wetter und vom Menschen verursachten erhöhten Nährstoffeinträgen in die niedersächsischen Übergangs- und Küstengewässer.

 

Massenhaft Grünalgen

 

Grundsätzlich gelten Grünalgen als empfindliche Indikatoren für Nährstoffeinträge in Küstengewässern. Bei einem hohen Angebot an Stickstoff und Phosphat können sie sich massenhaft entwickeln. In den vergangenen Jahren war das kein Problem - auch, weil die Nährstoffeinträge in die Nordsee zurückgegangen sind. Anders war das Ende der 1980er Jahre. Damals erreichten Grünalgenteppiche im deutschen Wattenmeer wegen der hohen Einträge von Nährstoffen in die Nordsee eine zuvor nicht beobachtete Ausdehnung. Dichte Algen-Matten blockierten damals den Sauerstoffzugang des Wattbodens und der darin lebenden Tiere. Im Sommer starb das Leben unter den Algen-Matten, schwarze Flecken bildeten sich unter ihnen und am Rande verursachten Schwefelbakterien milchige Zonen.

 

Auf solche Risiken machte die Bürgerinitiative "Rettet das Cux-Watt" jetzt wieder aufmerksam. Nach ihrer Vermutung ist die Algenblüte der sichtbare Beweis für die Verklappungen von Baggerschlick aus der Elbe. Der Zusammenhang sei offensichtlich, meinten Tanja Schlampp und Peter Roland von der Initiative und fordern, daraus Konsequenzen zu ziehen.

Algen-Matten am Sandstrand

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