Wattenmeer-Schutz
Wattenmeer-Schutz

WSÄ planen die Klappstelle Neuer Lüchtergrund (NLG) bis zur Kugelbake auszuweiten

Die Karten hat unsere BI "Rettet das Cux-Watt" anhand der Daten aus der BfG-Auswirkungsprognose von Galerie Wöbber erstellen lassen. Bild 1 zeigt das aktuelle Verklappungsgebiet (gelb schraffiert) und das geplante angrenzende Gebiet (gelb). Die Verbringstelle entlang des Leitdamms liegt in unmittelbarem Umfeld des Wanderkorridors der Fische und der Seehundsbänke. Bild 2 demonstriert die Verdriftungen bei einem Verklappungsvorgang von Baggergut. Die Bilder sind anhand der Grafiken aus der BfG-Auswirkungsprognose vom 9. Mai 2017 (Seiten 77 und 95) erstellt worden.

Rettet das Cux-Watt, 15.02.2018

 

Mit einer Vervierfachung des bisherigen Umfangs (siehe Abbildung 8-36 auf Seite 95 der BfG-Auswirkungsprognose) beabsichtigen die Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter (WSÄ) Cuxhaven und Hamburg die Klappstelle bei Elbe-km 738 (Neuer Lüchtergrund) weiter Richtung Cuxhavener Küste auszudehnen. Die neue Klappstelle führt die Bezeichnung Verbringstellenbereich (VSB) 730/740 und zieht sich vom Neuen Lüchtergrund bis zur Kugelbake. Hierfür haben die WSÄ Cuxhaven und Hamburg eine Auswirkungsprognose bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) erstellen lassen, die im Mai 2017 fertiggestellt worden ist.

 

Nach den Plänen der WSÄ soll zukünftig direkt vor Cuxhaven an mehreren Stellen Baggergut aus dem Bereich Osteriff (BA 12, Elbe-km 698,5 bis 709) verklappt werden. Dieses Baggergut ist überwiegend bindig (die Bezeichnung der BfG für schlickig oder sehr feinkörnig). Bindiges Baggergut aus der Elbfahrrinne ist grundsätzlich mit Schadstoffen belastet und stellt eine Gefahr für die angrenzenden Watten und dem Ökosystem dar. Aufgrund der natürlichen Morphodynamik geht die BfG davon aus, dass Eintreibungen von verklappten Sedimenten in die umgebenden Wattbereiche erfolgen. Zu den Schadstoffeinträgen heißt es wörtlich in der Studie:

 

„Als wesentliche Auswirkung wurde die Möglichkeit einer Verschlechterung der

Sedimentqualität im VSB 730/740 und dessen unmittelbarer Umgebung erkannt. Die

Unterbringung von Baggergut mit Herkunft aus BA 12 als Ursache dieser Entwicklung

konnte aufgrund der vorliegenden Daten weder bestätigt noch vollständig ausgeschlossen werden (vgl Kapitel 9.4). Zu dieser Einschätzung führten insbesondere die erhöhten Gehalte der Stoffe der p,p‘-DDX im Baggergut. Abhängig von der zukünftig zu erwartenden Schadstoffbelastung des Baggerguts sind weitere Verschlechterungen der Sedimentqualität im VSB 730/740 und dessen unmittelbarer Umgebung nicht auszuschließen. Kurzfristig ist nicht mit einem abnehmenden Trend bei den Einträgen der p,p‘-DDX Gruppe in das Ästuar zu rechnen; es wird eine aktive Quelle in der Binnenelbe vermutet. Für die Unterbringung im VSB 730/740 ist daher eine regelmäßige Überwachung der Schadstoffgehalte im Baggergut aus dem BA 12 erforderlich.“

Quelle: BfG (2017): Auswirkungsprognose für die Unterbringung von Baggergut im Verbringstellenbereich VSB 730/740 in der Außenelbe. Im Auftrag der Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter Cuxhaven und Hamburg. Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz, BfG-1922, Seite 146 https://www.kuestendaten.de/media/zdm/portaltideelbe/Projekte/StromundSediTideelbe/Umlagerungsstrategie/anlagen/GUeBAK_VS730740_20170509_final.pdf

 

Die neue Klappstelle verläuft bei Elbe-km 732-740 östlich der Fahrrinne parallel zum Leitdamm. In früheren Jahren wurde bei km 732 (2 km vor der Kugelbake) schon einmal verklappt mit sofort sichtbaren Auswirkungen auf das Döser Watt.

 

Die jährlichen Verklappmengen sollen zwischen 2 Mio. bis 4 Mio. m³ bindiges (schlickiges) Baggergut sowie annähernd die gleiche Menge (2,5 Mio. -4 Mio.) sandiges Baggergut betragen.

Zusätzlich behält sich das WSA vor, in regenarmen Jahren 1 Mio. bindiges Baggergut aus den BA 1 bis 3 (Hamburg Wedel bis Juelssand) sowie aus den elbseitigen Vorhäfen des NOK (WSA Brunsbüttel) zu verklappen.

 

Zu den Schadstofffrachten und den prognostizierten Auswirkungen auf das Makrozoobenthos, den Fischen und den Seehunden werden wir zu einem späteren Zeitpunkt in einem gesonderten Artikel Stellung nehmen.

 

Wir richten unseren Appell an Umweltminister Olaf Lies und dem niedersächsischen Landesvater Stephan Weil, unserem Wattenmeer mit Nachdruck den Schutz einzuräumen, den es nach dem Nationalparkgesetz und weiteren Umweltgesetzen (u.a. der EU-Wasserrahmenrichtlinie) zusteht. Das Gebiet Niedersächsisches Wattenmeer zählt zu den am strengsten geschützten Gebieten Deutschlands. Der hohe Schutzstatus scheint jedoch nur noch auf dem Papier zu existieren.

 

 

Kontakt

Tanja Schlampp 

Döser Feldweg 195

27476 Cuxhaven

Telefon: 04721-39 86 46

mobil: 0177-86 48 396

email: Tanja.Schlampp@wattenmeer-schutz.de