Wattenmeer-Schutz
Wattenmeer-Schutz

These 4: Vertiefte Fahrrinne entspricht nicht den internationalen Breitenanforderungen für Containerriesen – im Havariefall droht eine ökologische Katastrophe

Rettet das Cux-Watt, 31.03.2018

Die Elbe-Fahrrinne soll nicht nur vertieft, sondern auch auf 300 m bzw. ab Glückstadt auf 320 m verbreitert werden. Die Containerriesen sind mittlerweile mehr als 400 m lang. Die internationalen Bestimmungen (PIANC; Permanent international association of navigation congress, 2014) schreiben jedoch eine Mindestbreite der Fahrrinne vor, die der Länge der größten dort verkehrenden Schiffe entspricht. Um die Containerschiffe der neuesten Generation die Elbe befahren zu lassen, müsse die Elbe somit mindestens eine Breite von 400 m aufweisen. Das ist aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nicht möglich. Ähnliches gilt auch für das Wendebecken vor dem Waltershofer Hafen, das eigentlich dem zweifachen Durchmesser dieser Schiffe entsprechen sollte, statt der gegenwärtigen Abmessung von 480 m. Was bedeutet das für die Elbvertiefung? Es wird ein schwerwiegender Eingriff in den Naturhaushalt vorgenommen, damit Containerriesen die Elbe schneller und voll beladen befahren können, obwohl es gegen internationale Bestimmungen verstößt.

 

Gibt es eine Alternative, also einen Hafen in Deutschland, der die international geltenden Soll-Abmessungen einhält? Ja, den gibt es gleich zweimal: In Wilhelmshaven und in Bremerhaven. In Hamburg und im Verlauf der oberen Unterelbe hingegen fehlt der Raum zur Anpassung von Fahrrinne und Wendebecken.

 

Wie schwierig sich eine Havarie schon bei „normalen Verhältnissen“, also bei ausreichender Fahrrinnenbreite und ohne die Einflüsse der Gezeiten (Ebbe und Flut) gestaltet, konnte man jüngst an dem schweren Brand auf der „Maersk Honam“ sehen. Trotz Großeinsatz der Havarie konnten die Flammen auf dem Containerriesen der neuesten Generation erst nach Tagen gelöscht werden. Dabei handelt es sich um keine Ausnahme, sondern um ein Risiko, dass häufiger vorkommt und sich durchaus auch auf der Elbe ereignen kann. Erst im April 2017 ist unweit der jetzigen Unfallstelle im Indischen Ozean der große Containerfrachter „MSC Daniela“ vor Sri Lanka in Brand geraten. Auch hier konnten die Flammen erst nach Tagen unter Kontrolle gebracht werden.

Kontakt

Tanja Schlampp 

Döser Feldweg 195

27476 Cuxhaven

Telefon: 04721-39 86 46

mobil: 0177-86 48 396

email: Tanja.Schlampp@wattenmeer-schutz.de