Wattenmeer-Schutz Cuxhaven
 Wattenmeer-SchutzCuxhaven

CN, 09.06.2018: Verklappung Ursache für Braunfärbung? Bürgerinitiative "Rettet das Cux-Watt" vermutet Zusammenhang mit Hafenschlick aus Hamburg

+++ Vor kurzem hatten Badegäste sich über eine Braunfärbung des Wassers in der Grimmershörn-Bucht beklagt. Sie waren besorgt, dass es sich bei der braun-rötlichen Wasserfarbe um Schadstoffe handeln könne. Wie unsere Zeitung berichtete, hat eine durch Bürgeranfragen veranlasste Untersuchung einer Wasserprobe durch das Gesundheitsamt des Landkreises ergeben, dass es sich um eine durch die heißen Temperaturen begünstigte Massenentwicklung nicht giftiger koloniebildender Algen handelt. Die Population werde sich mit sinkenden Temperaturen wieder verringern. Das optische Problem werde vergehen, sobald die Zellen absterben und absinken.

Die Sprecherin der Bürgerinitiative Tanja Schlampp sieht das anders als das Gesundheitsamt. Das Algenaufkommen ist ihrer Meinung nach ein ökologisches Alarmzeichen und sollte genau beobachtet werden. Mit dem Absterben und Absinken der Zellen möge zwar das optische Problem beseitigt sein, so Schlampp, das ökologische Problem beginne damit aber erst. Laut einem Bericht von Pejic-Pulkowski (Hrsg. stern geo; August 2011: „Was Sie über Algen wissen sollten“) könne die Algenbildung in einer ökologischen Katastrophe enden. Nämlich dann, wenn zu viele Algen in Richtung Grund sinken und dabei von Bakterien zersetzt werden. Beim Abbau wird Sauerstoff verbraucht, der den anderen Lebewesen fehlt. Eine Sauerstoffzehrung kann zu massenhaftem Fischsterben führen.

Die Sprecherin der Bürgerinitiative geht davon aus, dass die Ausbreitung der Algenblüte keine Ausnahme bleiben wird. Das schlammig-braune Wasser sei ihr schon vor Beginn der Wärmeperiode Anfang März aufgefallen (siehe Foto vom 6. März 2018). Nährstoffe (unter anderem Phosphor) würden durch die Verklappungen von Hamburger Elbschlick täglich in großen Mengen in die Elbe vor Cuxhaven eingebracht. Mehrere Millionen Tonnen. Die Klappstellen liegen bei Neuer Lüchtergrund (Höhe Ende des Leitdamms) und Neuwerk/Scharhörn. Das Verklappungsgebiet vor Cuxhaven wurde ausgewählt, weil es sich um das sauerstoffreichste Gewässer handelt. Dagegen darf im Hamburger Bereich der Elbe in den Sommermonaten nicht mehr verklappt werden, nachdem es dort zu Fischsterben gekommen war. Seit 2007 darf deshalb der Bund im Einvernehmen mit den Ländern Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen Stattdesessen vor Cuxhaven, angrenzend an den Nationalpark Wattenmeer Sauerstoff zehrenden Schlick entsorgen.

Nun setzt die Bürgerinitiative auf den SPD-Landtagsabgeordneter Uwe Santer. Der hatte kürzlich nach dem „Gespräch unter der Kugelbake“ mit dem niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies versprochen, sich für Gespräche zwischen Bund und Küstenländern und gegen eine weitere Verklappung vor Cuxhaven einzusetzen. +++

Kontakt

Tanja Schlampp 

Döser Feldweg 195

27476 Cuxhaven

Telefon: 04721-39 86 46

mobil: 0177-86 48 396

email: Tanja.Schlampp@wattenmeer-schutz.de