Wattenmeer-Schutz Cuxhaven
Wattenmeer-Schutz Cuxhaven

PCB-Unfall 2015 in der Elbe: Worüber niemand spricht

Tanja Schlampp, 12.05.2020

 

Wir erinnern uns, im Jahr 2015 wurde im tschechischen Teil der Elbe eine große Menge PCB durch die unsachgemäße Entfernung einer PCB-haltigen Farbe von einer Eisenbahnbrücke freigesetzt. 

 

Das teilte seinerzeit der tschechische Wasserwirtschaftsbetriebs der Elbe (Povodí Labe) mit. /siehe später auch in der deutschen Presse

https://www.shz.de/regionales/hamburg/giftschlick-aus-tschechien-bedroht-hamburger-hafen-id15408456.html shz.de vom 21.11.2016

sowie https://www.zeit.de/2016/48/pcb-gift-tschechien-hamburg-hafen Zeit Online vom 17. November 2016

 

Die Tschechische Umweltinspektion, die den Fall untersucht hat, deckte jedoch eine andere Ursache auf: Die PCB-Freisetzung sei maßgeblich durch Unterhaltungsarbeiten in der Fahrrinne (Baggerungen) verursacht worden.

 

Zu den Folgen der Unterhaltungsbaggerungen in Tschechien und der dadurch hervorgerufende Freisetzung von PCB hier ein Zitat aus: ELSA, PCB in der Elbe. Eigenschaften, Vorkommen und Trends sowie Ursachen und Folgen der erhöhten Freisetzung im Jahr 2015. Hamburg, Juli 2016.

 

„Es ist abzusehen, dass dieses Schadereignis gravierende ökologische Folgen im gesamten Flussverlauf haben wird, die über Jahre andauern werden. Zusätzlich zu den ökologischen Auswirkungen, ist auch mit ökonomischen Konsequenzen im Hinblick auf den Umgang mit Baggergut zu rechnen. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und die Hamburg Port Authority müssen in der Binnen- und Tideelbe jährlich mehrere Millionen Kubikmeter Sediment baggern und anschließend im Gewässer oder an Land verbringen. Nach derzeitiger Kenntnislage kann als Worst-Case-Szenario nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Qualität der Sedimente innerhalb der hamburgischen Tideelbe durch die PCB-Freisetzung und deren Stromabverfrachtung in einem Ausmaß verschlechtert, dass ein Teil der Feinsedimente aus ökologischen Gründen nicht mehr wie bisher gebaggert und im Ästuar umgelagert werden können. Eine vollständige Entnahme, Aufbereitung und Deponierung der PCB-belasteten Sedimente an Land ist technisch ausgeschlossen.“

 

"Ein Teil der PCB-Fracht wird unvermeidbar bis in das Ökosystem Wattenmeer (Weltnaturerbe) gelangen."

 

Das Hamburger Amt für Umweltschutz ist Herausgeber der ELSA-Studie und war somit spätestens seit Frühjahr/Sommer 2016 über die wahre Ursache der PCB-Freisetzung informiert. Im November 2016 war jedoch in der deutschen Presse zu lesen, dass der Stoff vor anderthalb Jahren bei der Sanierung einer Eisenbahnbrücke in den Fluss gelangt sei. Hierbei drängt sich die Frage auf, wer diese Falschmeldung an die Presse gegeben hat? Hat die Hamburger Behörde die deutsche Presse fehl informiert, um die Elbvertiefung und den Hamburger Hafen nicht zu gefährden? 

 

Notwendig wären jetzt die Einleitung entsprechender Untersuchungen zur Informationspolitik der Hamburger Umweltbehörde sowie ein Status Quo-Bericht zur PCB-Belastung im Hamburger Raum der Elbe.

Kontakt

Tanja Schlampp 

Döser Feldweg 195

27476 Cuxhaven

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email: Tanja.Schlampp@wattenmeer-schutz.de

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