Wattenmeer-Schutz Cuxhaven
Wattenmeer-Schutz Cuxhaven

Ferlemanns späte Einsicht: In Zukunft müssen sich die Schiffe dem Strom anpassen und nicht umgekehrt"

Wattenmeer-Schutz, 19.11.2020

 

An der Pella-Sietas-Werft zeigt sich die drastische Verschlickung der Elbe und Este besonders deutlich. Fertiggestellte Schiffe können die Werft in Hamburg-Neuenfelde ohne kostenintensive Baggerarbeiten oder Spülmaßnahmen nicht verlassen. Die Werft drohte bereits mit der Verlegung der Werft nach Flensburg, sollte das Schlickproblem nicht gelöst werden. 

 

Zu einem Schlickgipfel auf der Pella-Sietas-Werft trafen sich deshalb der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums, Enak Ferlemann, mit Fachleuten aus der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, Vertreter der Pella-Sietas-Werft, des Deichverbandes, des Hauptentwässerungsverbandes, der Bürgerinitiativen und der Politik.

 

Ferlemann verspricht der Werft Abhilfe. Im April 2021 werde der Bund seinen Unterhaltungspflichten nachkommen und die Este und Außeneste mit einem Wasserinjektionsbagger auf Solltiefe bringen. Schwermetalle, organische Verbindungen und Schadstoffe wie das auf Werften oft verwendete Tributylzinn (TBT) könnten auf diese Weise das sensible Ökosystem der Elbe belasten, so die Kritik der Hamburger Umweltverbände. Der Schlick sei hochgradig mit Schadstoffen belastet, so dass eine Landentsorgung notwendig sei. 

 

Um eine langfristige Lösung bemüht, unterbreitete der Altländer Deichverband dem Bund und Hamburg einen Vorschlag: Der Schlick wird aus Elbe und Este geholt und an Land, z.B. auf Hahnöfersand, abgelagert. Auf Schlickreifestätten soll durch Druck nach einigen Jahren Kleiboden entstehen, der dringend für den Deichbau benötigt werde.

 

Ferlemann gestand den Altländern ein, dass die Elbvertiefung für die Schlickprobleme mitverantwortlich sei. Die Elbvertiefung müsse aus seiner Sicht die letzte sein. 

 

"In Zukunft müssen sich die Schiffe dem Strom anpassen und nicht umgekehrt" Enak Ferlemann am 16.11.2020 beim Schlickgipfel in Hamburg-Neuenfelde

 

Die Einsicht Ferlemanns kommt spät. Für die Ems zu spät (der Fluss ist mittlerweile todgebaggert), für die Elbe fast zu spät, und für die Weser käme die Einsicht gerade noch rechtzeitig vor Beginn der geplanten Vertiefungsarbeiten. Vorausgesetzt Ferlemann läßt seiner Einsicht Taten folgen. Dann dürfte jede weitere Flussvertiefung - auch die an der Weser - der Vergangenheit angehören.

Kontakt

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