Wattenmeer-Schutz Cuxhaven
Wattenmeer-Schutz Cuxhaven

Verklappung von giftigem Hafenschlick: Drohender Ökozid im Nationalpark Wattenmeer?

1. Vortrag: Wasserbelastungen durch langlebige Giftstoffe: Vom Hafenbecken auf den Teller von Ann-Kathrin Seiz
ASeiz_Wasserbelastungen durch langlebige[...]
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Verklappung von Hafenschlick: Droht dem Nationalpark Wattenmeer ein Ökozid? von Tanja Schlampp
2022-03-23 Drohender Ökzid im Nationalpa[...]
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Eine Veranstaltung von Ecocide Deutschland anlässlich des Weltwassertages am 22.03.2022

 

Ökozid“ bedeutet rechtswidrige oder willkürliche Handlungen, mit dem Wissen begangen, dass eine erhebliche Wahrscheinlichkeit schwerer und entweder weitreichender oder langfristigerSchäden für die Umwelt besteht, die durch diese Handlungen verursacht werden.

~ Unabhängiges Expert:innengremium für die Legaldefinition von Ökozid, Juni 2021

https://www.stopecocide.de/

 

Neben den internationalen Bemühungen Ökozid als fünftes Verbrechen gegen die Menschheit am internationalen Strafgerichtshof unter zu bringen, arbeiten zur Zeit europäische Parlamentarier daran Ökozid in das Umwelthaftungsrecht der EU ein zu bringen. In dem Zusammenhang finden zur Unterstützung der Parlamentarier.innen, in Europa Aktionen statt, um das Thema Ökozid und die Bemühungen um ein international wirksames Ökozidgesetz in der Bevölkerung bekannt zu machen. 

https://www.euractiv.de/section/energie-und-umwelt/news/parlement-europeen-vers-la-reconnaissance-de-lecocide-comme-crime-international/

 

Mit dem am 22.03.stattfindenden Weltwassertags lenken wir den Focus mit unserer heutigen Veranstaltung auf die Bedrohung des Wattenmeeres hier in Deutschland, durch die Einbringung von Schlick aus dem Hamburger Hafen in eine geplante Klappstelle, direkt vor der Vogelschutzinsel Scharhörn. Diese liegt im Schutzgebiet Natura 2000 und ist Teil des Nationalparks Wattenmeer - ein von der Unesco als Weltnaturerbe als schützenswert anerkanntes Gebiet. 

https://www.nationalpark-wattenmeer.de/schuetzen/naturschutz/gebietsschutz/

https://www.bfn.de/natura-2000-gebiete

https://www.shz.de/lokales/husumer-nachrichten/naturschatz-vor-der-haustuer-id10845806.html

Wie weitreichend die Verklappung (Einbringung) des ausgebaggerten Hafenschlicks aus dem Bereich des Hamburger Hafens das Ökosystem Wattenmeer beeinflussen wird, ist Inhalt dieser Veranstaltung. 

Der NABU, der BUND und der WWF sowie viele andere Organisationen und Einzelpersonen kämpfen um den Erhalt des Wattenmeeres in seiner Einzigartigkeit und als wichtigem Teil eines weltumspannenden Ökosystems.

Petiton - Verbund NABU BUND WWF

https://mitmachen.nabu.de/de/wattenmeer

 

Auch an diesem Thema wird deutlich, dass sehr achtsam mit dem Wachstum innerhalb der Wirtschaft und den Ökosystemen umgegangen werden muss, um die Schädigung der Umwelt zu verhindern und zu unterbinden. Hier steht ein tiefgreifender Wandel an um ausgewiesen Schutzgebiete wirklich zu respektieren. und der Ignoranz ein Ende zu setzen, dem durch ein Ökozidgesetz ein effektvoller Rahmen gesetzt werden kann. 

 

So werden wir auch über den Aspekt eines Ökozid Gesetzes sprechen, der Ökozid zu einem Verbrechen machen soll, dass am internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, dem Gerichtshof der Menschenrechte, als fünftes Verbrechen gegen die Menschlichkeit verhandelbar gemacht werden soll. 

 

Es ist Zeit, die Regeln zu ändern. Es ist Zeit, unser Zuhause zu schützen.

 

1. Vortrag: Wasserbelastungen durch langlebige Giftstoffe: Vom Hafenbecken auf den Teller

Im Hafenschlick findet sich eine Vielzahl hochgiftiger Substanzen. Besonders problematisch sind dabei langlebige, persistente Stoffe, die sich im Körpergewebe und entlang der Nahrungskette anreichern. Viele dieser Stoffe gehören gar dem „Dreckigen Dutzend“ an, einer Gruppe von 12 besonders gefährlicher Giftchemikalien, die seit 2001 weltweit verboten sind.

Der Vortrag( Dieser Teil des Abends) beleuchtet die Gründe der Gesundheitsgefahren für Mensch und Umwelt, die von diesen Stoffen ausgehen und zeigt auf, dass Grenzwerte in diesem Kontext kein adäquates Mittel für Umwelt- und Gesundheitsschutz darstellen. Vielmehr muss es eine Beweislastumkehr für das Inverkehrbringen von Chemikalien geben.

 

Die Referentin:

Ann-Kathrin Seiz ist Meeresökologin und Mutter zweier Kinder. Als Leiterin des Fachbereichs Wasser in einem umweltanalytischen Labor verfasst sie Gutachten und klärt als Dozentin auf Fortbildungen und in Vortragsreihen über mikrobiologische und chemische Belastungen im Wasser auf. Mit Parents for Future engagiert sie sich in Bremen zu Klimathemen."

 

2. Vortrag: Droht dem Nationalpark Wattenmeer ein Ökozid?

 

Das Wattenmeer vor Cuxhaven ist als Nationalpark Wattenmeer streng geschützt. Ein von Menschenhand möglichst ungestörter Ablauf der natürlichen Prozesse steht im Vordergrund des Schutz Gedankens. Die Bundeswasserstraße der Außenelbe ist zwar umgeben vom Wattenmeer, jedoch nicht Teil des Nationalparks. Die Außenelbe ist nicht nur Bundeswasserstraße, sondern ebenso ein natürliches Gewässer mit vielfältigen Funktionen im Ökosystem.

In diesem empfindlichen Habitat wird seit 2006 Baggerschlick aus der Fahrrinnen-Unterhaltung der Unterelbe umgelagert. Im Laufe der Zeit haben sowohl die eingebrachten Mengen als auch die Toxizität des Baggerguts massiv zugenommen. In diesem Jahr beabsichtigt die Hamburger Hafenbehörde zusätzlich zu den bisherigen Umlagerungen des Wasserstraßen und Schifffahrtsamtes, den giftigen Schlick aus dem Hamburger Hafen und seinen Zufahrtswegen auf einer Klappstelle in Höhe der Vogelschutzinsel Scharhörn zu entsorgen. Droht dem Wattenmeer ein Ökozid? 

Frau Schlampp stellt sowohl das betroffene Wattenmeer, als auch die geplante Verklappung von Schlick vor der Vogelschutzinsel Scharhörn mit den zu erwartenden Schäden vor. 

Tanja Schlampp ist Diplom Kauffrau und gebürtige Cuxhavenerin. Das Nordseeheilbad Cuxhaven liegt direkt am UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer. Die Veränderungen der Priele und des Sandwatts hat sie vor einigen Jahren dazu bewogen, die Ursachen heraus zu finden. Seitdem setzt sie sich aktiv gegen die Schlickverklappungen am Rande des Nationalsparks Wattenmeer und gegen die Elbvertiefung ein. Auf ihrer Webseite www.wattenmeer-schutz.de sowie auf Facebook finden sich zahlreiche Informationen zu den Ursachen und den immer weiter ausufernden Eingriffen in das streng geschützte und doch schutzlos ausgelieferte  Ökosystem Wattenmeer. 

 

3. Rechte der Natur, Deutsche und Europäische Umweltschutzgesetze und die Macht der Wirtschaft, immer wieder erkennbaren Lücken aus sich einer Umweltschutzorganisation und der Lösungsansatz  Ökozidgesetz als internationales Verbrechen am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag


Referenten: 

Rainer Borcherding - BUND Schleswig Holstein 

Wolf Hingst Stop Ecocide Deutschland 

 

Kontakt

Tanja Schlampp 

Döser Feldweg 195

27476 Cuxhaven

Telefon: 04721-39 86 46

mobil: 0177-86 48 396

email: Tanja.Schlampp@wattenmeer-schutz.de

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